ausführliche Geschichte

Pavelsbach mit seiner alt-geschichtlichen Vergangenheit

Die oberpfälzische Ortschaft Pavelsbach reicht weit zurück in die Geschichte, bis in die Zeit des bayrischen Nordgaues. Das Pavelsbacher Gebiet war allerdings schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt.

 

Bronzezeit

Hügelgräberfunde im Waldgebiet zwischen Dippenricht und Pavelsbach, in der Waldabteilung "Stockenau", sind ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass die Gegend schon in der Bronzezeit (1800 - 750 v. Chr.) von Menschen besiedelt war. In der Bronzezeit bestattete man die Toten in Grabkammern, gab ihnen Waffen, Schmuck und Gefäße (mit Speise und Trank) ins Grab und warf darüber mächtige Erdhügel (Hügelgräber) auf.

 

Kelten- und Latènezeit

Die Keltenschanze (Viereckschanze) in der Waldabteilung "Appel" (ebenfalls zwischen Dippenricht und Pavelsbach) weist in die Latènezeit (500 - 150 v. Chr.), die als die Zeit der Kelten gilt. Die Kelten sind das erste Volk der Vorzeit, das uns mit Namen bekannt ist. Sie waren fleißige Bauern, geschickte Töpfer, kunstfertige Schmiede und tüchtige Händler. Sie trieben Tauschhandel, kannten aber auch schon das Geld. Ihr Land schützten sie durch starke Viereckschanzen und Fliehburgen.

Hierzu noch weitere Infos auf http://www.postbauer-heng.de/.

 

Erste urkundliche Erwähnung

Der Ort Pavelsbach ("Bephensbach") wird in der Urkunde der Eichstätter Kirche vom 5. Februar 1249 zum erstenmal erwähnt.

Einige Jahre vorher gründeten Gottfried von Sulzbürg (+1259) und seine Gemahlin Adelheid von Hohenfels auf einem ihrer Güter das Zisterzienserinnenkloster Seligenporten ("Felix porta" - die Selige Pforte) und übereigneten ihm u. a. zwei Höfe in Pavelsbach.

Bischof Hildebrand von Eichstätt schenkte am 11. Oktober 1267 dem Kloster Seligenporten dem Zehent von Unterpavelsbach ("Niderenpefensbach") und 1269 ein Zehent zu Oberpavelsbach, das ein Lehen der Leuchtenberger Landgrafen Friedrich und Sigmund war.

Von dem Ort Niederpavelsbach existiert heute nur noch die St. Cäcilia-Kirche. Sie war zu Freiherrenzeiten eine Burgkapelle, die als Kapelle zu Kyrstetten (Kirchstätten) von 1438 in der Stiftungsurkunde des Chorherrn Heinrich Plank zu St. Johann in Regensburg genannt wird.
Aufgrund der Ortslage stand zuerst eine Burg an der Stelle, an der heute die Cäciliakirche steht. Der am Berghang vorbeifließende Bach war der Burggraben. Es könnte mit Sicherheit angenommen werden, daß ein Burgherr (Bavin bzw. Bechin) sich hier angesiedelt hat und Oberpavelsbach erst später entstand. Vom dem Ort Kyrstetten liegem dem Verfasser leider keine weiteren Daten vor. Am 06.02.2012 gab es zu Kyrstetten einen interessanten Artikel in den NN: Ein Dorf verschwand von der Landkarte

Am 8. April 1317 schließlich schenkte Kaiser Ludwig der Bayer (1314 - 1347) dem "Hohen Deutschen Ritterorden", der in Postbauer ein Pflegamt errichtet hatte, die Dörfer Schwarzach und Niederpavelsbach. Die Bezeichnung Ober - und Unterdorf bzw. Ober- und Niederpavelsbach wird noch bis heute verwendet.

Pavelsbach war kirchlich seit Gründung eine Filiale der Pfarrei Möning. Ab 1555 war der Ort lutherische und kalvinistische Pfarrei bis zur Wiedereinführung des katholischen Glaubensbekenntnisses. 1625 gehörte Pavelsbach wieder als Nebenkirche zur Pfarrei Möning und ist bis heute noch Filialkirche. In Pavelsbach stand eine aus frühgotischer Zeit stammende Kirche (1438), welche dem "Viehpatron" St. Leonhard geweiht wurde. Die heutige St. Leonhardkirche ist im Jahre 1736 neu errichtet worden.

 

Eingemeindung

Der Ort war vor der Eingemeindung eine selbständige Gemeinde. 1975 erfolgte dann die Eingemeindung in die erst vier Jahre alte Gemeinde Postbauer-Heng.
Heute ist Pavelsbach voll in die jetzige Marktgemeinde Postbauer-Heng integriert und hat sich zu einer modernen Ortschaft in der Oberpfalz entwickelt, in der ein alt-geschichtlicher Kern steckt.

Quellen:

  • Heimatpfleger Postbauer-Heng, Ferdinand Liszt
  • "250 Jahre Kirche St. Leonhard Pavelsbach" - 1986 - Herausgeber: Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat; Text: Herbert Lang, Neumarkt