St. Cäcilia-Kirche

St. Cäcilia-Kirche (c) vagabunt (s. unten) Wie bei vielen kleinen Kirchen und Kapellen gibt es um deren Entstehung etliche Sagen und Geschichten. Sie stehen zum Teil auf Hügeln, in Tälern an alten Straßen, an Wegkreuzungen und bei Friedhöfen. Oft weiß man nicht mehr genau, wer sie gebaut hat, wie viele Vorgebäude bereits da waren; wurden sie zerstört, sind sie abgebrannt oder verfielen sie? Die Umwandlung heidnischer Kultstätten in christliche Kirchen und Kapellen ist nicht ungewöhnlich.

Die Kapelle St. Cäcilia könnte ein Beispiel abgeben. Sie steht in der Nähe von vorchristlichen Hügelgräbern im Waldgebiet Stockenau, nur einige Kilometer von der spätkeltischen Viereckschanze entfernt, einer heidnishcen Begräbnis- und Kultstätte nahe dem Bach von Heng. Genau an dieser Stelle soll der abgegangene Ort Kyrstetten oder aber Kirchstetten sich befunden haben und bis in das 1. Jahrhundert zurückreichen.

Die kath. Kirche St. Cäcilia ist nach Aufzeichnungen eine gotische Anlage und soll aus dem Jahre 1438 errichtet worden sein. St. Cäcilia - oder Kappl, wie die Kirche im Volksmund genannt wird - steht auf freiem Feld. Früher befand sich daneben die kleine Ortschaft Kyrstetten. Diese wird in einer Urkunde im Jahr 1438 festgehalten. Leider wurde das erste Kirchlein im Jahre 1552 zerstört. Kyrstetten kam mit leichteren Schäden davon, denn im Jahre 1618 zeigt eine Landkarte wieder Häuser um St. Cäcilia. Danach verblassen die Spuren von Kyrstetten. Zu Kyrstetten selbst gab es am 06.02.2012 einen interessanten Artikel in den NN: Ein Dorf verschwand von der Landkarte

Zwischen 1602 und 1608 ließ Pfarrer Theodor Ziegelmeier die Kirche wieder aufbauen. Er veranlaßte auch, dass der Pavelsbacher Friedhof nach St. Cäcilia verlegt wurde. Dieses Gotteshaus erhielt im Jahr 1682 die Benediktion.

Vom 17. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts war es ein auch im weiterem Umkreis beliebter Wallfahrtsort, wie die vielen erhaltenen Votivtafeln bezeugen. Die Hl. Cäcilia wurde hier insbesondere bei Augenkrankheiten als Fürbitterin angerufen.

Text (in Anlehnung): Ferdinand List, Heimatpfleger Postbauer-Heng - http://postbauer-heng.de/nathus/13314/
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